Lehrveranstaltung 17S ‚Das Subjekt in der Krise: Eine kritisch-psychologische Auseinandersetzung mit Faschisierung und Emanzipation‘

PS 160.511 Das Subjekt in der Krise: Eine kritisch-psychologische Auseinandersetzung mit Faschisierung und Emanzipation (im ZEUS anzeigen)

Im nächsten kritisch-psychologischen Seminar im Sommersemester 2017 möchten wir uns mit aktuellen gesellschaftlichen Themenfeldern und deren psychologischen Bedeutung auseinandersetzen. Genauer wird der Schwerpunkt auf Rassismus, Faschisierungstendenzen und dem individuellen wie gesellschaftlichen Umgang damit gelegt werden, was auch eine emanzipatorische Perspektive und Handlungsoptionen einschließen soll.

In den ersten Einheiten sollen die Grundkonzepte der Kritischen Psychologie gemeinsam mit den Teilnehmer_innen erarbeitet werden, auf welche die weiteren Theorien inhaltlich aufbauen können. Im ersten thematischen Schwerpunkt werden wir uns dann mit der kritisch-psychologischen Analyse des Rassismus auseinandersetzen. Dazu soll gehören, wie die Kritische Psychologie Rassismus fasst, welche Erklärungen für die weite Verbreitung rassistischer Einstellungen angeführt werden können, und auch die subjektive Sichtweise der Betroffenen von institutionellen und gesellschaftlichen Rassismus behandelt werden.

Daran anknüpfend werden wir dieses Wissen mit der Ideologie des Faschismus in Verbindung bringen. Dabei werden uns vor allem die derzeitigen Faschisierungstendenzen beschäftigen und welche Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen dem heutigen Geschehen und dem historischen Faschismus herausgearbeitet werden können. Als psychologisches Seminar interessiert uns hier insbesondere deren Bedeutung für die subjektive Handlungsfähigkeit.

Wichtiger Bestandteil des Seminars ist auch die Auseinandersetzung mit der kritisch-psychologischen Forschung zu diesen Themenfeldern. Dazu werden wir die Methodik der marxistischen Subjektwissenschaft vertiefen und uns mit den Unterschieden zu der traditionell psychologischen Forschung auseinandersetzen und ggf. eigene Forschungsvorhaben erarbeiten.

Diese Beschäftigung mit der Praxis und dem Umgang mit den geschilderten gesellschaftlichen Herausforderungen in Form von Forschung wird dann überleiten zum abschließenden Themenbereich der Perspektive der Subjekte gegenüber diesen Problemen und wie diesen in emanzipatorischer Weise entgegengewirkt werden kann.