Lehrveranstaltung 16W ‚Kindheit und Lernen aus kritisch-psychologischer Sicht‘

SE 160.118 Kindheit und Jugend aus kritisch-psychologischer Sicht 16W (im ZEUS anzeigen)

Mit dieser Lehrveranstaltung werden wir bereits zum dritten Mal das Seminarangebot an der AAU um die Kritische Psychologie bereichern. Diesmal soll der Fokus auf Lernen und Kindheit liegen. In den ersten Einheiten soll eine Einführung in die Grundkonzepte der Kritischen Psychologie gegeben werden und kritisch-psychologische Lerntheorien von Klaus Holzkamp den gängigen Lerntheorien gegenübergestellt und diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund wollen wir dann anschließend die Subjektwerdung in der Kindheit aufschlüsseln und Erziehung im familiären und gesamtgesellschaftlichen bzw. machtpolitischen Kontext diskutieren. Daraufhin wollen wir institutionelle Rahmenbedingungen des Lernens und der kindlichen Subjektwerdung am Beispiel verschiedener Schulformen und anderen Bildungseinrichtungen erörtern.

Studierende erarbeiten sich gemeinsam kritisch-psychologische Lerntheorien und setzen sich mit dem subjektwissenschaftlichen Verständnis von Kindheit und Erziehung auseinander. Es soll die vorherrschende Lehre analysiert und kritisiert werden und neue Ideen für eine dem Subjekt gerecht werdende Lehre diskutiert werden.

Themen:

  • Einführung in die Grundkonzepte der Kritischen Psychologie
  • Lerntheorien – u.a. von Klaus Holzkamp
  • Kindliche Subjektwerdung
  • Erziehung und Macht
  • Schule – Institution – Staat
  • Weitere Themen, die die Teilnehmenden interessieren

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den Unterschied zwischen kritisch-psychologischen und gängigen, bereits in den Praxisalltag von Bildungsinstitutionen integrierten, Lerntheorien zu verstehen und subjektwissenschaftliche Aspekte in der kindlichen Entwicklung diskutieren zu können.

Lerntheoretische Ansätze von Klaus Holzkamp sollen ins Verhältnis zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Lernprozessen gesetzt werden.

Ein weiter gefasstes Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Studierende zu verstärkt eigenverantwortlichem Lernen und Forschen anzuregen und hierarchische Strukturen zwischen Lehrenden und Lernenden zu reflektieren. Formen des selbstbestimmten Lernens anhand der Mitgestaltungsmöglichkeiten im Seminar sollen erfahren und Eigeninitiative gefördert werden.

In dieser Lehrveranstaltung werden nicht nur die Inhalte der Psychologie mit Fokus auf Lernen und Kindheit sondern auch die gängige Lehrmethode an der Universität kritisch hinterfragt.

Das Seminar versteht sich als basisdemokratisches Bildungsprojekt, wobei der Ablauf des Seminars, die Inhalte und die gemeinsame Art der Aneignung der Themen jederzeit zur Diskussion stehen dürfen. Das Organisationsteam versteht sich dabei als Gruppe, die den Rahmen schafft, allerdings während des Seminars selbst teilnimmt und keine „höhere“ Position gegenüber den anderen Studierenden hat. Die Einheiten sollen also sowohl vom Organisationsteam inklusive der TutorInnen des studentisch organisierten Seminars als auch von Seminarteilnehmenden vorbereitet werden. Die sicherlich vorhandenen Wissensvorsprünge innerhalb der Teilnehmenden ergänzen sich unserer Vorstellung nach gegenseitig, bspw. können Studierende mit Erfahrungen in der pädagogischen Psychologie diesen mit kritisch-psychologischen Vorwissen helfen und umgekehrt.

Es sollen nicht nur Psychologiestudierende, sondern Studierende aller Fachrichtungen, besonders Pädagogik- und Lehramtsstudierende, angesprochen werden. Gastworkshops und Gastvorträge sind auch in Planung.