Vortrag: Athanasios Marvakis »Zur Dialektik des neuen Faschismus«

Zur Dialektik des neuen Faschismus –
oder: ›Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, besonders wenn er keines hat‹
mit: Prof. Dr. Athanasios Marvakis, Sozialpsychologe an der Aristoteles Universität Thessaloniki.

Freitag, 10. November, 19 Uhr, Volxhaus (Südbahngürtel 24, ggü. Hbf)

++ Vortrag findet auf deutsch statt!++

In seinem Vortrag widmet er sich dem Aufstieg des neuen Faschismus. Wie konnte es der Neuen Rechten gelingen, eine völkisch beschränkte Solidarität wieder auf die Tagesordnung zu setzen und damit eine die Solidarität verallgemeinernde Perspektive verdrängen? Marvakis schlägt vor, diese Frage angesichts radikaler gesellschaftlicher Veränderungen zu historisieren, das heißt die mögliche Bedeutung des Faschismus in jeweils epochalen Umwandlungen untersuchen. In dieser Perspektive kann und muss man auch nach subjektiven Hoffnungen, Träumen, Erwartungen usw. suchen, die der Faschismus mit seinen barbarischen Lösungen zu bedienen versucht. Im Anschluss daran, wollen wir gemeinsam diskutieren, was diese Überlegungen für linke Gegenstrategien bedeuten können.

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13. – 14.11.17 Symposium zu partizipativer und subjektwissenschaftlicher Forschung

Hiermit laden wir euch ganz herzlich auf das Symposium mit dem Titel „Das Subjekt im Fokus der Forschung – Symposium zu aktuellen Ansätzen partizipativer Forschung“ ein. Dieses findet am 13. und 14. November 2017 an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec statt.

 

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Sommerfest

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»Muss Psychotherapie politisch werden?« Podiumsdiskussion

Mittwoch, 29. März 2017, 19 Uhr, HS 4.

Mit dem neoliberalen Dogma der Selbstverwirklichung und der Individualisierung des Subjekts können auch dessen psychische Probleme ausschließlich individualisiert gedacht werden. Eva Illouz schreibt dazu: »Wenn ein Defekt immer repariert werden kann, dann muss er […] selbstgemacht sein, und wenn er selbstgemacht ist, dann kann er auch rückgängig gemacht werden.« [1] Je nach Lesart ausgerechnet oder kaum überraschend waren aus psychotherapeutischen Fachkreisen auf diese Entwicklungen bis vor kurzem keine expliziten Antworten zu hören; es fand lange keine aktualisierte Anknüpfung an die vielen politischen Diskurse statt, die es innerhalb der Psychotherapie bis Mitte der 1980er Jahre noch gab.
In letzter Zeit melden sich jedoch zunehmend Psychotherapeut_innen zu Wort, die dem Tabu einer politisch neutralen Therapie etwas entgegensetzen. Der Therapeut Richard Brouilette fragte Anfang vergangenen Jahres in der New York Times: »Should therapy strive to help a patient adjust, or to help prepare him to change the world around him?« [2] – und entfachte damit eine brandaktuelle Diskussion in Fachkreisen. Die psychotherapeutische Relevanz derartiger Fragestellungen wird auch im deutschsprachigen Raum aufgegriffen, u.a. Heiner Keupp beschreibt in einem aktuellen Interview: »Menschen, die in der Lage sind, ihre Probleme und Grenzerfahrungen mit anderen zu teilen, sind danach in der Lage, sich mit ihnen und anderen zusammenzuschließen und gemeinsam zu etwas ›Nein‹ zu sagen.« [3] Die Wichtigkeit einer derartigen Debatte zeigt sich angesichts der Funktion die Psychotherapie in Instanzen wie AMS, betrieblicher Selektion, Pensionssystem etc. hat: Eine politische Neutralität von Psychotherapeut_innen führt dazu, dass diese auf der Seite der Herrschenden stehen und so letztlich kein empathisches Angebot an ihre Patient_innen mehr bieten können.

Die Podiumsdiskussion möchte sich also ausgehend von der Behauptung, dass eine apolitische Psychotherapie die Subjektanforderungen des neoliberalen Kapitalismus reproduziert, der Frage widmen, ob und inwieweit Psychotherapie politisch werden muss und diese momentan beginnende Debatte an die Universität Klagenfurt/Celovec bringen.

Diskutieren wollen wir diese Frage(n) mit folgenden Psychotherapeut_innen:

Leonie Knebel, Kritische Psychologin, Verhaltenstherapeutin, promoviert zu subjektiven Depressionstheorien an der FU Berlin.

Johannes Ehrenthal, Professor für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse an der AAU Klagenfurt/Celovec, Psychotherapieforscher und psychologischer Psychotherapeut (TP).

Angelika Grubner, Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie), diplomierte Sozialarbeiterin, akademische Referentin für feministische Bildung und Politik, derzeit Studium der Philosophie an der Universität Wien. Autorin des Buches »Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus« (Mandelbaum Verlag, 2017).

Literatur:

[1] Illouz, Eva (2011). Die Errettung der modernen Seele. Therapie, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe. Frankfurt am Main: Suhrkamp (pp. 327).
[2] Brouilette, Richard (2016). Why Therapists should talk politics. The New York Times, 15.03.2016. http://opinionator.blogs.nytimes.com/2016/03/15/why-therapists-should-talk-politics/
[3] Keupp, Heiner (2016). Runter von der Couch (Interview: Hans-Jürgen Arlt). OXI – Wirtschaft für Gesellschaft, 09.12.2016. https://oxiblog.de/runter-von-der-couch/

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Seminar im Sommersemester!

Auch im kommenden Semester wird es wieder ein von uns organisiertes Seminar geben! Ziel der Lehrveranstaltung ist es ein grundlegendes Verständnis der Kritischen Psychologie zu erlangen und Rassismus, Faschisierung und Emanzipation im Sinne der Kritischen Psychologie verstehen zu versuchen. Darüber hinaus wollen wir forschungsmethodologische Überlegungen der sich als marxistische Subjektwissenschaft verstehenden Kritischen Psychologie erarbeiten um am Ende des Seminars ein kritisch-psychologisches Forschungsvorhaben grob formulieren zu können. So sollen Perspektiven auf den Umgang des Subjekts mit den behandelten gesellschaftlichen Problemen entstehen können.

Weitere Infos hier und bald im ZEUS.

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»Klaus Holzkamp hat in Bologna Amore gemacht«

In der aktuellen Psychologie & Gesellschaftskritik wurde neben anderen spannenden Artikeln zum Versuch studentischer Initiativen kritische Psychologien wieder in den Diskurs zu bringen auch ein Artikel über unser Klagenfurter Seminar veröffentlicht, der zwar (noch) nicht in der UB zu finden ist, aber hoffentlich bald sein wird.

Schnur, Daniel & Manderbach, Till (2016). Klaus Holzkamp hat in Bologna Amore gemacht. Kritische Psychologie an der Universität Klagenfurt/Celovec. Psychologie & Gesellschaftskritik, 40 (3), 29-42.

Abstract: Das studentisch organisierte kritisch­psychologische Seminar zum Thema Kindheit und Lernen, welches im Wintersemester 2016/17 an der Alpen-­Adria­-Universität Klagenfurt/Celovec stattfindet, ist bereits das dritte seiner Art. Mit unseren Seminaren
versuchen wir in Zeiten von Bologna eine Psychologie wieder in die Debatte zu bringen,
welche die gesellschaftliche Vermitteltheit des Individuums mitdenkt und Machtverhältnissen mit emanzipatorischem Anspruch begegnen kann. Im Folgenden möchten wir anhand unserer Seminarerfahrungen diskutieren, welche Möglichkeiten und Probleme kritische Lehre hat und darüber hinaus die Prozesse des Lehrens und Lernens im Seminar mithilfe der kritisch­psychologischen Kategorien reflektieren.

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Vortrag: Forschen mit Hilfe der Kritischen Psychologie?!

grete

Montag, 21. November 2016 / 19.00 Uhr / Z.1.09

Am Beispiel von Biographieforschung mit Jugendlichen wird Grete Erckmann die Grundzüge der Forschungsmethodologie der Kritischen Psychologie als marxistische Subjektwissenschaft nachzeichnen. Wie kann Forschung mit der Kritischen Psychologie aussehen, welcher Anspruch wird verfolgt und welcher Art sind die „offenen Fragen“, die diskutiert werden? Exemplarisch wird Grete ihr eigenes Forschungsvorhaben als eine mögliche Art zu forschen vorstellen, um mit uns zu diskutieren, wodurch sich kritisch psychologische Forschung von anderen Forschungsansätzen unterscheidet.

In ihrem Promotionsvorhaben wird sie Biographieforschung mit ethnographischer Forschung verbinden auf der Basis kritisch psychologischer Methodologie. Es sollen Geschichten über das Leben von sogenannten „bildungsbenachteiligten“ Jugendlichen heute nachgezeich- net und auf den Begriff gebracht werden. Forschungsgegenstand ist die (Lebens-)Welt der Jugendlichen. Wie haben die Jugendlichen diese im Laufe ihres Lebens erlebt, wie nehmen sie sie wahr und wie begründen sie ihr Handeln in ihr? Insbesondere soll erforscht werden, mit welchen gesellschaftlich vermittelten Handlungsbehinderungen und Widersprüchen sie sich in ihrer Lebensführung konfrontiert sahen, wie sie diese beurteilen und sich zu ihnen verhalten.

Persönliche Angaben zur Vortragenden:
Grete Erckmann, Dipl.-psych., arbeitet im Projekt Outreach – Mobile Jugendarbeit in Berlin als Streetworkerin in sogenannten „sozialen Brennpunkten“ mit den Arbeitsschwerpunkten Politische Bildung, Internationale Jugendbegegnungen. Sie beginnt gerade eine Promotion am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Wien zu Biographien von Jugendlichen. Sie ist Mitglied der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GsFP) und seit 2009 Teil des Vorbereitungsteams Ferienuni Kritische Psychologie.

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Studentisch organisierte LV im Wintersemester!

Kinder und Lernen_psy (3)LV im ZEUS: Kindheit und Lernen aus kritisch-psychologischer Sicht

Mit dieser Lehrveranstaltung werden wir bereits zum dritten Mal das Seminarangebot an der AAU um die Kritische Psychologie bereichern. Diesmal soll der Fokus auf Lernen und Kindheit liegen. In den ersten Einheiten soll eine Einführung in die Grundkonzepte der Kritischen Psychologie gegeben werden und kritisch-psychologische Lerntheorien von Klaus Holzkamp den gängigen Lerntheorien gegenübergestellt und diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund wollen wir dann anschließend die Subjektwerdung in der Kindheit aufschlüsseln und Erziehung im familiären und gesamtgesellschaftlichen bzw. machtpolitischen Kontext diskutieren. Daraufhin wollen wir institutionelle Rahmenbedingungen des Lernens und der kindlichen Subjektwerdung am Beispiel verschiedener Schulformen und anderen Bildungseinrichtungen erörtern.

Weitere Infos hier.

 

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Vortrag: Erkenntnistheorie – eine Einführung in den Positivismusstreit

positivisVortrag und Diskussion mit Dr. Dipl.-Psych. Moritz Thede Eckart

Freitrag, 03. Juni, 17 Uhr, Z.1.29.

Ziel des Vortrags ist es, eine Einführung in die erkenntnistheoretischen Grundlagen positivistischer psychologischer Forschung zu bieten und diese ins Verhältnis zu den Annahmen und der Kritik der Frankfurter Schule zu setzen. Als Bezugspunkt wird der in der deutschen Soziologie geführte Positivismusstreit, also die Diskussion zwischen Vertretern des Kritischen Rationalismus und der Kritischen Theorie (u.a. geführt zwischen Popper und Adorno), genommen.
In diesem Vortrag geschieht dies aus der Perspektive der sich als naturwissenschaftlich verstehenden Psychologie – also explizit nicht aus externer geisteswissenschaftlicher Sicht. Es geht also nicht um die Vermittlung von Expert*innen Wissen, sondern vielmehr um eine Selbstreflexion der eigenen Methodik.

Veranstaltende: Referat für Gesellschaftspolitik, StV Psychologie und AK Kritische Psychologie Klagenfurt/Celovec

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Workshop: Lehre selbst gestalten?! – Studierende als Akteur_innen

Lehre selbst gestalten?! – Studierende als Akteur_innen
Workshop studentische Lehre für alle Fachbereiche

Was ist studentische Lehre und wie können wir das eigentlich organisieren?

Seit mehreren Jahren gibt es Lehre an der AAU, die von Studierenden für Studierende organisiert wird. Diese Möglichkeit ist für uns sehr wichtig, da wir so als Studierende selbst bestimmen können was wir denn eigentlich lernen möchten und wo unsere Interessen liegen. Themen, die normalerweise ausgespart oder nur oberflächlich behandelt werden, können wir uns so gemeinsam aneignen und dafür auch ECTS erhalten. Eine solche Lehr- und Lernform steht einem Lernverständnis des reinen Rezipierens und Auswendiglernens eindeutig entgegen. Diese nimmt das Wissen, die Erfahrungen und die Interessen der Studierenden ernst und kann zu deren Entfaltung beitragen. Gerade die Gestaltungsmöglichkeiten aller Teilnehmenden in dieser Form der Lehre sehen wir als besonders wichtig an.
Selbstverständlich erfordert diese Form der Lehre Engagement und Interesse von einigen Studierenden. Ebenfalls setzt es Wissen voraus, wie es überhaupt möglich ist eine Studi-LV zu organisieren und welche Punkte dabei beachtet werden sollten.

Derzeit organisieren wir als Gruppe studentische Lehrveranstaltungen in der Psychologie und beginnen nun auch mit der Planung für das nächste Semester. Wir möchten nun unsere Erfahrungen in Bezug auf die Organisation solcher LV’s mit allen Interessierten teilen. Deshalb werden wir kurz einen Einblick in die Organisation studentischer Lehre geben.

Anschließend können wir gerne eure Ideen für eigene studentische LV’s gemeinsam besprechen, egal aus welchem Fachbereich. Wir werden versuchen euch bei einigen inhaltlichen und Umsetzungsfragen zu unterstützen. Für eine Teilnahme ist aber keine genaue Idee vorausgesetzt, sondern wir freuen uns über alle Interessierten.

Der Workshop wird 10.05. um 15:30 im Raum V1.02 stattfinden.
Veranstaltende: Referat für Bildungspolitik, Arbeitskreis Kritische Psychologie und Referat für Gesellschaftspolitik

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